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Kandlkapelle (Theresia Kandl: "Die schönste Mörderin von Wien")


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Kandlkapelle (Theresia Kandl: "Die schönste Mörderin von Wien")

Beitrag von Markus » Do 9. Aug 2018, 15:25

Kandlkapelle_2.JPG
(© Thomas Ledl / Wikimedia)
kandlskelett.jpg
Das Skelett der Theresia Kandl
(© wien.kriminalmuseum.at)
Kandl_Mord.jpg
Theresia Kandl legt die Leiche ihres Gatten in der Piaristengasse ab (neuzeitliches Acrylgemälde)
(© Unbekannt)
kandl_museum.jpg
Ausstellungsraum im Wiener Kriminalmuseum
(© wien.kriminalmuseum.at)
kandl_urteil.jpg
Original Todesurteil der Theresia Kandl
(© wien.kriminalmuseum.at)
Wikipedia (Zitat):Die Kandlkapelle steht in der Breitenfurter Straße im 23. Wiener Gemeindebezirk Liesing. Die Kapelle steht unter Denkmalschutz. Anlass zur Errichtung der Kandlkapelle war der Mord an Matthias Kandl, einem Greißler in Wieden Anfang des 19. Jahrhunderts. Zunächst wurde Raubmord vermutet. Als tatsächliche Täterin wurde seine Ehefrau Theresia (Tochter des Stephan Teppich oder Töbich, geboren am 10. Juni 1785 in Atzgersdorf) eruiert. Diese hatte ihren Mann mit einer Hacke erschlagen und seinen Leichnam in einer Butte verborgen bis zur Piaristenkirche in Wien getragen, um frei zu sein für ihren Liebhaber, den Sohn eines Fleischhauers aus Mauer. Am 13. März 1809 wurde Theresia Kandl zum Tode verurteilt und am 16. März des gleichen Jahres am Neuen Wiener Galgen in der Nähe der Spinnerin am Kreuz als erste Frau in Wien durch Hängen hingerichtet. Gleichzeitig war sie aber auch die letzte Frau, die dort gerichtet wurde.
Zur Erinnerung an Theresia Kandl wurde in ihrem Heimatort Atzgersdorf am Anfang des 19. Jahrhunderts die Kapelle gebaut. Die Kapelle stand ursprünglich an der Ecke Breitenfurter Straße/Hödlgasse. Da sich das auch Kandlkreuz genannte Bauwerk an diesem Standort zum Verkehrshindernis entwickelte, wurde es 1963 an seinen jetzigen Standort, wo es in die Umzäunung des Campingplatzes Wien Süd integriert ist, versetzt.
hauntedvienna.blogspot.com / Wilhelm Brenner (Zitat):Von den meisten Verbrechern der guten alten Zeit hat sich kaum mehr erhalten als ein Mythos, Geschichten, die von späteren Generationen immer wieder auf- und umgeschrieben wurden. Im Fall der Therese Kandl ist das anders. Man kann durchaus sagen, dass nicht nur das Kandlersche Verbrechen die Zeiten in diversen Überlieferungen überdauerte, sondern auch die Kandlin selbst, ausgestellt in einem großen Schaukasten, der immer noch in Wien existiert. Die schöne Resi brachte es durch ihre Untat als erste Frau in Wien bis an den Galgen und bescherte den Wienern durch ihre Hinrichtung ein Volksfest sondergleichen, welches mit “Galgenbier” und “Arme Sünder Würstel” feuchtfröhlich begangen wurde.
...
Zum Ablauf der Exekution gibt es durchaus unterschiedliche Beschreibungen. Als gesichert kann zumindest gelten, dass die Hinrichtung unter ungewöhnlich großem Aufwand durchgeführt wurde. Dreihundertzweiunddreißig Mann Kavallerie und Infanterie wurden am 16. März aufgeboten um für Ordnung zu sorgen, bei der berüchtigten “Spinnerin am Kreuz”. Schon in den frühen Morgenstunden war der offene Malefiz-Wagen am Hohen Markt abgefahren, rumpelte durch die engen Gassen der Stadt, ließ Häuser und Plätze endlich hinter sich, um gegen 10 Uhr sein Ziel zu erreichen. Gespannt wartete man auf die schöne Mörderin mit den “kaiserblauen” Augen und dem langen, blonden Haar. Schreckensbleich soll sie laut Protokoll gewesen sein, aber aufrecht und gefasst.
Eine andere Version der Vorgänge rund um die “Spinnerin” zollt der Delinquentin weit weniger Respekt. Chaotisch und schamlos soll es zugegangen sein, Theresia selbst habe die Stimmung auf dem Weg zum Galgen mit Ausrufen wie: “Jessas, mei Haub´n “ und “Sö, mein Schuach verlier´ i! Hörn´S net?” noch zusätzlich angeheizt und dem johlenden Publikum einen unvergesslichen Tag beschert.
Bis sechs Uhr abends hatte sie zu hängen, erst bei Einbruch der Dunkelheit durfte man sie von Rechts wegen abnehmen und am “Selbstmörderfleck” ehrlos begraben. Es ist davon auszugehen, dass die “Galgenparty” der Schaulustigen sehr viel länger gedauert hat.
...
Ruhe wurde der schönsten Mörderin Wiens letztlich nicht gegönnt. Schon bald grub man Theresia heimlich wieder aus und verkaufte die sterblichen Überreste an einen Arzt, der ihr Skelett konservierte. Damals wie heute natürlich gesetzeswidrig, in Zeiten der Phrenologie allerdings nicht ungewöhnlich. Bemerkenswert erscheint vielmehr, dass das Präparat bis ins Jahr 1924 in der Familie des Arztes nachweisbar ist. Schließlich fand der Kasten seinen Weg in das Wiener Kriminalmuseum.
planet-vienna.com (Zitat):Die denkmalgeschützte Kapelle ist nicht nur architektonisch interessant, sondern vor allem wegen ihrer faszinierenden und gleichsam tragischen Hintergrundgeschichte.
Als in den letzten, bitterkalten Dezembertagen des von kriegerischen Umständen geprägten Jahres 1808 in der Piaristengasse in der Josefstaft ein regungslos im Schnee liegender Mann entdeckt wurde, glaubte man zuerst, ein weiterer Betrunkener sei der Kälte erlegen. Doch als man feststellte, dass der Mann spärlich gekleidet in einer riesigen Blutlache lag, ging man sogleich von Raubmord aus. Schnell stellte sich heraus, dass es sich beim Toten um den angesehenen Lebensmittelhändler Matthias Kandl handelte. Er lebte im Hunglgrund Nummer 9 nahe beim Matzleinsdorferplatz und betrieb dort das Geschäft "zum Salzküffel". Als aber der Bäckermeister Werner aus Heiligenstadt als Zeuge hinzutrat und behauptete, die Ehefrau des Toten sei die Täterin, hat man sogleich eine Hausdurchsuchung im Hunglgrund angeordnet. Man entdeckte in Bettnähe Blutspritzer, welche jemand zuvor entfernen hatte wollen. Dann wurde im Bett der blutverschmierte Anzug Matthias Kandls gefunden.

Die Beweislast wurde so gross, dass Theresia Kandl zusammenbrach und gestand, ihren Mann mit einer Hacke erschlagen zu haben. Als Grund gab sie an, wiederholt von ihrem Mann nach Streitigkeiten brutal verprügelt worden zu sein. Sie hasste den Tyrannen und wollte ihn aus der Welt schaffen, um für ihren Liebhaber, ein Fleischhauer aus Mauer, frei zu sein.

Sie gab zu Protokoll, dass sie die Leiche in eine Holzbutte gestopft und auf dem Rücken von Matzleinsdorf quer durch die Wiener Innenstadt bis in die Piaristengasse getragen und dort abgelegt habe. Matthias Kandl war ein schwergewichtiger Mann von über 100 Kilo, was den Richter nicht wenig erstaunte, besonders angesichts des zierlichen Körperbaus von Theresia Kandl, welche als "schöne Thesi" bekannt war. Das Gericht zweifelte allerdings, dass Theresia dieses Werk alleine vollbracht hatte, aber mangels Beweisen musste man von ihrer Version ausgehen.

Theresia Kandl wurde des Meuchelmordes angeklagt und zum Tode verurteilt. Vor ihrer Hinrichtung am Galgen bei der Spinnerin am Kreuz am 16. März 1810 musste sie am Pranger grosse Schmach über sich ergehen lassen. Die Mordhacke ist heute im Kriminalmuseum in der Leopoldstadt ausgestellt.

Die Kandlkapelle wurde als Gedenkkapelle für Theresia Kandl erbaut, was insofern etwas verwundert, als man damit einer Mörderin gedenkt. Als Standort wurde Atzgersdorf gewählt, weil dies der Heimatort von Theresia Kandl war.
'Prominente Geister: Wo berühmte Persönlichkeiten in Österreich spuken' / Gabriele Hasmann (Zitat):ln seinem ehrlosen Grab blieb der kalte Körper von Theresia Kandl aber nicht lange, denn schon wenige Tage nach der Hinrichtung wurde die Leiche ausgegraben, obduziert und ihr Knochengerüst präpariert, das wenig später der Pfarrer von Engelhartstetten kaufte. Als der Nachlass des Gottesmannes versteigert wurde, erstand der Arzt Franz Hollstein das Skelett um 60 Gulden. Die sterblichen Überreste der Mörderin befanden sich bis 1924 im Familienbesitz des Mediziners und wurden auf einem Dachboden in Groißenbrunn bei Marchegg verwahrt - nahezu intakt, bis auf den Unterkiefer, der locker geworden und nach unten geklappt war. Danach übernahm die Gebeine der Käufer des Hauses, ein Lehrer namens Friedrich Dallinger, der sie in einem alten Schuppen auf dem Grundstück deponíerte.
Nachdem das Skelett in Groißenbrunn jahrzehntelang ein unbeachtetes Dasein gefristet hatte, landete es nach einer Entrümpelung in den 1950er-Jahren im Niederösterreichischen Landesmuseum, das es dem Wiener Kriminalmuseum in der Leopoldstadt als Leihgabe überließ.
Dort kann es derzeit besichtigt werden.
Ein wenig persönlich ...
Ich lebe nun seit etwa 50 Jahren im 23sten Bezirk und habe diese Kapelle zwar schon öfters bemerkt, jedoch war mir bislang die Hintergrundgeschichte unbekannt. Nunja, eigentlich ist es nicht wirklich eine "Kapelle", sondern eher ein Marterl, von denen es einige im 23sten gibt. Es ist oftmals überraschend, wieviel Geschichte hinter einem eher unscheinbaren Objekt stecken kann und ich sollte mich wohl etwas genauer mit meinem Bezirk beschäftigen :o. Man lernt nie aus ...

Die Geschichte ...
Abgesehen von der Location ist die generelle Geschichte der Theresia Kandl aufschlussreich, denn diese bzw. solche Begebenheiten sind auch heute noch aktuell ...
Eine Frau wird von ihrem Ehemann misshandelt, weiss keinen Ausweg mehr, tötet ihren Peiniger, flüchtet in die Arme eines anderen Mannes ... Alles in der Hoffnung auf ein besseres Leben. So etwas oder ähnliches liest man auch heute immer wieder in den Nachrichten. Klarerweise ist dies trotz Allem keine "Ausrede" für einen Mord, aber es ist zumindest aus menschlicher Sicht ein klein wenig (!) nachvollziehbar.
Historisch gesehen ist der Fall Theresia Kandl interessant, da diese die erste und letzte Frau war, welche in Wien exekutiert wurde (eine Frau namens Juliana Hummel, der schweren Misshandlung und des Mordes an ihrer eigenen Tochter Anna für schuldig befunden, sollte ebenfalls exekutiert werden, verstarb jedoch im Gefängnis).
Hinweis: Es gab noch eine Mörderin namens Theresia Kandl, ebenfalls aus Wien. Hierbei handelte es sich um eine Dienstmagd, welche 1874 ihr neugeborenes Kind tötete und dafür 5 Jahre Haft im Kerker erhielt.
Anmerkung: Trotz meiner exzessiven Recherche konnte ich keinerlei Fotos, Bilder oder Gemälde von Theresia Kandl finden.

Aus paranormaler Sicht ...
'Prominente Geister: Wo berühmte Persönlichkeiten in Österreich spuken' / Gabriele Hasmann (Zitat):Für die Mörderin vom Hungelgrund wurde nach ihrer Hinrichtung eine Kapelle errichtet, vermutlich, um der Sünderin den Weg ins Jenseits zu erleichtern. Das ist aber offenbar nicht gelungen, denn Theresia Kandl wird häufig nahe dem kleinen Sakralbau gesehen. Sie soll unter anderem nachts als weiße, grazile Gestalt, umgeben von einer kalten, blauen Aura spuken, dabei wispern und eine blutverschmierte Axt hinter sich herschleifen. Jüngere Personen nehmen das paranormale Phänomen als seltsames, aber dennoch menschliches Wesen wahr, sie sprechen von einer „komischen Frau“ mit langem, blondem Haar in einem dunklen Kleid mit einer dicken roten Strieme am Hals. Wenn die Kinder und Jugendlichen sie ansprechen wollen, verschwindet sie von einer Sekunde auf die andere. Die Erscheinung wird schon seit dem Ende des 20. Jahrhunderts immer wieder gesichtet und von verschiedensten Zeugen völlig identisch beschrieben.
Allerdings ist auch das Umfeld des Hauses, in dem das Skelett mit dem losen Unterkiefer auf dem verstaubten Dachboden vergessen wurde, von einem Geist befallen - glaubt man einigen Anrainern, die nachts in der Gegend mit ihren Hunden spazierengehen, und Gästen der Nachbarn. Nahe dem Grundstück soll die weiße Gestalt mit der blauen Aura in Vollmondnächten auf dem Weingartenweg rastlos auf und ab wandern, dabei mit weit aufgerissenem Mund unablässig den Kopf nach vorne und hinten sacken lassen und zugleich gurgelnde Laute ausstoßen. Einmal ist das Wesen direkt in ein Auto gelaufen, ohne dass man einen Aufprall hörte.
Abgesehen von dem Artikel aus dem oben erwähnten Buch wird auch in einigen Foren über eine entsprechende Gestalt berichtet ... vor Allem von Campingplatzbenutzern (Campingplatz Wien Süd, der sich direkt hinter dem Marterl befindet), welche schon öfters nachts eine durchsichtige Gestalt mit einer blutigen Axt in der Hand gesehen haben wollen. Ob und inwieweit diese Berichte ernstzunehmen sind, sei mal dahingestellt ...

In ihrem Buch "Prominente Geister: Wo berühmte Persönlichkeiten in Österreich spuken" schreibt Gabriele Hasmann u.A. auch über den Fall Theresia Kandl (hier eine Leseprobe):

Artikel auf Wikipedia
Artikel "Theresia Kandl – Die schönste Mörderin von Wien" auf hauntedvienna.blogspot.com
Artikel auf planet-vienna.com
Artikel "Liesing: Kapelle für eine Mörderin" auf meinbezirk.at
Wiener Kriminalmuseum
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